Erst einmal wünsche ich ein frohes Neues Jahr – ich hoffe, ihr habt gut „übergesetzt“ 😃
Zum Jahresbeginn habe ich gleich ein Highlight für Euch! Abgespielt hat es in unserem Weihnachtsurlaub, Ende Dezember im Ruhrgebiet. Ich weiß allerdings von anderen Fotografen, dass auch einige
andere Teile in Deutschland und den Niederlanden von diesem Wetterphänomen betroffen waren.
In zwei aufeinander folgenden Nächten gab es höhere Minusgrade (ca. -6°), gepaart mit dichtem Nebel. Das Resultat war am ersten Morgen bereits eine nebelige und mit schönen Eisstrukturen an den Birken versehene Heidelandschaft, in der ich meine Lieblingsbäume fotografisch umsetzen konnte. Der Nebel wurde immer dichter und ich blieb nur für den Morgen.
Am zweiten Tag fuhr ich mit Christina nochmal dorthin. In dieser Nacht hielt sich laut Wettervorhersage der Nebel noch die ganze Zeit, somit für insgesamt circa 33 Stunden, wie ich später mal errechnet hatte. Gerade zum Sonnenaufgang des zweiten Tages schoben sich Wolken und Nebel langsam beiseite.
Der Anblick war fantastisch: es war total hell, schon ganz früh in der blauen Stunde. Man hatte kaum noch Kontrast zwischen Himmel und Landschaft. Ich kenne diesen Effekt natürlich von Schneelandschaften; zwar habe ich in Heidegebieten oft eine helle Schneedecke abgelichtet, etwa im Hohen Venn - doch eine gefrorene Landschaft, in der ja im Gegensatz zu einer geschlossenen Schneedecke alle Details (z.B. filigrane Gräser) erhalten sind, habe ich so noch nicht gesehen und sieht wirklich faszinierend aus. Lediglich die fotografische Umsetzung habe ich als schwerer empfunden als bei einer einfachen Schneedecke.
Die Verästelungen der Bäume aber auch aller Heidepflanzen waren toll und ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Farbe der Waldkiefern. Diese Bäume sind fotografisch normalerweise sehr dominant da das Grün extrem dunkel ist, daher gehören sie eigentlich nicht zu meinen Lieblings-Motiven. Doch an diesem Tag waren sie total hell und zeigten einen super schönen pastelligen Grünton.
Ihr werdet in dieser Serie übrigens keine klassischen Sonnenaufgangsfarben sehen, das hatte einen optischen Grund. Die Sonne zeigte sich auch bei Aufgang immer wieder mal zwischen den letzten Nebelschwaden am Südosthimmel und färbte den Himmel orange. Normalerweise, etwa zur Heideblüte im August, richte ich meine Kamera für diese ersten Minuten nach Sonnenaufgang immer gerne Richtung Sonne. Das tat ich auch kurz, jedoch war das Ergebnis gerade bei den freistehenden Birken mit Sonne im Hintergrund ein oranger Himmel und relativ dunkle Verästelungen im Gegenlicht. Meine Gedanke war dann - solche Aufnahmen kann ich eigentlich das ganze Jahr über machen mit ein wenig Morgenfrost oder Schnee umsetzen. Die extreme Helligkeit der Landschaft hätte ich aber im starken Gegenlicht nicht vermitteln können.
Hier hatte ich nun die Möglichkeit, pastellige Bilder zu gestalten, da das Licht auch locker 45 Minuten nach Sonnenaufgang noch sehr weich war. Also habe ich an diesem Tag meist untypischerweise mit der Sonne im Rücken fotografiert, um den hellen Charakter der Landschaft zu betonen.
Ich wünsche euch nun viel Spaß mit dieser Serie und weiterhin einen guten Start ins neue Jahr 🖐
Und jetzt kommen wir zum zweiten Tag, an dem der Nebel sich langsam verzog:
So endete der Morgen des zweiten Tages um die Mittagszeit, in der wir nach Hause fahren und eine Dinge erledigen mussten. Da sich die Temperaturen jedoch den ganzen Tag bei maximal -2° hielten, fuhr ich angesichts der besonderen Bedingungen nochmal los, um gegen 15:30 noch die letzte Stunde vor Sonnenuntergang mitzunehmen.
Ich hoffe die Serie hat euch gefallen und wünsche ein schönes Wochenende 👋