In diesem Frühjahr konnte ich mich fotografisch einer neuen „Motivwelt“ widmen: den riesigen Granitfelsen im Norden Sardiniens – ein länger geplantes Vorhaben. Und es hat richtig viel Spaß gemacht 😊 Christina, Ben und ich genossen für 2 Wochen die Landschaftsdetails der tollen Insel und unsere Erkundungstouren.
Bisher hatte ich Sardinien meist vermieden, da ich „zu gutes Wetter“ (aus Sicht der Landschaftsfotografie) befürchtete und außerdem zu viele Aufnahmen mit vielen zivilisatorischen Elementen, vor allem Booten, davon gesehen hatte. In beiderlei Hinsicht war es aber völlig problemlos, kann ich im Nachhinein feststellen.
Der Küstenverlauf ist recht verwinkelt und das bedeutet, dass es sehr viele kleine Buchten und Strände gibt. Und gerade wenn man bereit ist, sagen wir 15 Minuten Gehzeit vom Parkplatz auf Trampelpfaden in Kauf zu nehmen, gelangt man an viele Stellen, wo vielleicht eine Hand voll Menschen an einem mehrere Hundert Meter breiten Strand liegen. Das ist in Südeuropa mittlerweile selten geworden, zumindest zu Ostern bzw. im Sommer.
Insofern konnte man hier schöne Seascape-Foto-Sessions mit einem guten Erholungsfaktor kombinieren. Zumal die Einsatzzeiten diesmal für die Fotografie sehr kurz waren. Mit einem knapp 2 Jährigen hat man einen anderen Fokus - ich habe die "Papa-steht-da-mit-diesem-komischen-Stativ-herum-Zeiten" auf 15-30 Minuten pro Sonnenauf- und Untergang beschränken können. Das reicht locker, wenn man gemeinsam am Spot ist und ein wenig Erfahrung mit dem Licht hat. Dafür habe ich von 25 möglichen Sonnenauf- und Untergängen keinen einzigen verpasst und das spielt am Ende eine wichtigere Rolle für die Fotoausbeute..
Fotografisch haben mich diese Dinge begeistert:
- Die Granitfelsen sind oft riesig (die einzelnen Steine bis zu 15 Meter lang/10m hoch) und gut zugänglich, sodass man auf ihnen geht und nach der perfekten Perspektive sucht
- Dabei ist die Oberfläche extrem rutschfest, da sie überwiegend aus Quarz, Feldspat und Glimmer besteht – hier hat man eine super Trittsicherheit im Gegensatz zu vielen anderen Seascape-Spots mit glatter Oberfläche
- Die Verwitterungsformen im Gestein sind irre anzuschauen, mit vielen Schwüngen und Löchern, aber nicht immer leicht einzufangen
- Man arbeitet in dieser Motivwelt mit sehr hellen Vordergründen – so hell, dass man in den meisten Situationen ohne Verlaufsfilter auf eine sehr harmonische Belichtung kommt. Das kenne ich kaum von Seascapes, mit Ausnahme der Fotografie im Schnee…
- Das Meereswasser ist auf Sardinien extrem klar und blau-türkis, was immer wieder toll anzuschauen war und einen schönen Kontrast bildet (s. dazu die Bilder im 2.Teil ab Sonntag)
- Die Pflanzenwelt der Küsten war ganz toll anzuschauen, dazu werde ich im zweiten Teil auch noch mehr zeigen
Mir sind auf der Reise durchaus auch Dinge aufgefallen, die ich z.B. in Spanien besser finde als hier im Norden Sardiniens (etwa die Infrastruktur, Architektur und die „Straßenverkehrsgewohnheiten“ 😅), aber ich fokussiere mich heute auf die schönen Seiten…
Im heutigen Teil gibt es ausschließlich Bilder aus dem Norden. Im zweiten Teil geht es dann unter anderem auch zu den „Porphyrfelsen“ in der Mitte Sardiniens und einigen anderen tollen Naturdetails – hier habe ich dann eine Woche ohne jede Wolke fotografisch zusammen gefasst und bin überraschenderweise ganz zufrieden, seid gespannt 😊. Dieser zweite Artikel ist auch schon fertig und ich werde ihn am Sonntag online stellen.
Ich wünsche nun viel Spaß mit den Impressionen aus Sardinien!








Ich bedanke mich für euer Interesse und werde den zweiten Teil am Sonntag „freischalten“.
Viele Grüße,
Thomas















